Leistner Aufsatzleuchte
Es geht weiter! Die Leiter wurde angelegt, und erste zaghafte Versuche mit Propangas getätigt.
Leider stellte sich dabei heraus, das mit dem vorhandenen Mischrohr/Venturydüse und der Gasdüse keine Möglichkeit zu schaffen war, die Lampe ausreichend hell zu betreiben. Die schwarzen Rußspuren am Reflektor zeugen vom ersten Versuch mit der originalen Bedüsung. Der Flammenball hatte ca. 50 cm Durchmesser. Nach vielem Rätzelraten, probieren, telefonieren und beratschlagen gebs dann ein Vorort-Treffen mit der Führungsriege vom Verein Pro-Gaslicht EV , welche dann auch gleich noch einen Techniker mitbrachten. (Meinen Dank nochmals hier allen an dieser Stelle für die Hilfe!) Leider zeigte sich aber, das die Lampe nicht so ohne weiteres in wenigen Minuten auf Propan umgerüstet ist. Aber man vermachte mir ein aktuelles Mischrohr nebst Düse, um damit weiter zu testen. Dafür musste allerdings erst wieder eine neue Aufnahme für die Lampe "gebastelt" werden.
Hier nun die neue Mischrohraufnahme aus einem Rest Messing gedreht mit dem neuen Mischrohr und Düse.
Erste Bild ganz Links zu sehen der selbst gedrehte Wischrohradapter.
Aber auch nach einbauen der (rechnerisch) richtigen Gasdüse lief die Laterne nicht ordentlich und zu dunkel. War einfach nix zu machen.
Letztendlich hab ich dann das "Handtuch geworfen", und die Bedüsung auf Erdgas umgestrickt. Testweise einen langen Gasschlauch zur Herdanschlusssteckdose in der Küche ausgerollt und angeschlossen...Und siehe da...die Flamme an sich sah völlig anders aus, und nach einsetzen von vier neuen Glühstrümpfen brannte die Lampe wieder wie am ersten Tag!!!
Hier nochmal der Unterschied zwischen alten und neuen Glühkörpern.
Nachdem die Lampe nun ordentlich brannte, musste sie natürlich wieder auf den Mast. Man will ja sehen, wie sie strahlt. Also horchgeklettert und den Laternenkopf wieder montiert. Das Ergebniss überzeugte total. Die Terrasse war Abends Taghell.
Zeit, sich um das inzwischen eingetroffene Zündmodul und Gasventil zu kümmern. Letztendlich hab ich mich dann bei beiden doch für die 12V-Version entschieden, da sich hier doch weniger Verluste auf den doch langen Kabeln bis zur Lampe zeigten. Die Einheit komplett montiert und fertig verkabelt bereit für den Einbau.
Naja und wie es so ist, macht sich ja solch eine Montage in 3,5m Höhe schlecht. Also wurde beschlossen, den Laternenkopf wieder zu demontieren, und in erträglicher Arbeitshöhe umzurüsten...Und es kam, was kommen musste. Alle Schrauben waren entfernt, und beim runter heben des Laternenkopfes bekam dieser Übergewicht, die oben nur angelegte Leiter rutschte zur Seite und ich musste mich in Sekundenbruchteilen entscheiden ob ich mit Laterne runter falle, oder nur die Laterne. doch an meinem Leben hängend ließ ich die Laterne los und klammerte mich um den Mast. Das Geräuch der an der Erde einschlagenden Laterne ließ nichts gutes verhoffen.
Ja, mir gings noch halbwegs gut, aber nun lag die Lampe an der Erde. Miese Stimmung verbreitete sich.
Das waren die Überreste. :-(
Glas und Glühkörper hatte ich vorher glücklicher Weise raus genommen, aber das Bakelitgehäuse ist in hunderte Stücke zerbrochen. Ein reparieren unmöglich.
Zumindest hatte die Technik nix weiter abbekommen. Damit war aber das Thema Gaslaterne erstmal ad Acta gelegt, den auf ein neues Bakelitgehäuse war nicht zu hoffen.
Aber wie es so kommt, sollte ich wieder eines besseren belehrt werden. Ca. 3-4 Wochen später, ich war grad auf dem Weg vom Baumarkt nach Hause, sag ich auf einem Grundstück eine auf den ersten Blick recht verkommene Leistner Aufsatzleuchte. Sofort rechts rangefahren, und die Sache näher ergründet. Die Lampe war komplett ausgeschlachtet und in ein widerliches Grün getünscht. Nachdem ich dann den Besitzer zum Zaun locken konnte, stellte sich raus, das dieser die Lampe vor gut 25 Jahren mal auf Elektrobetrieb umrüsten wollte. Es blieb aber beim aufstellen im Garten, und seit dem ist das gute Stück da "verkommen". Nach kurzem Gespräch konnte ich Ihn davon überzeugen, sich von dem guten Stück zu trennen, und mir für 30€ zu überlassen. Gleich am nächsten Tag bin ich wieder hin, und hab den Laternenmast gefällt und die Lampe eingesackt. :D
Damit war das Feuer in mir wieder erweckt, und der Beschluss stand fest. Die Lampe wird wieder aufgebaut, und dabei komplett Restauriert!
Nachdem ich wieder Zuhause war, hab ich mich erstmal über das Bakelit hergemacht, und die ganze grüne Farbe und das Moos auf dem Dach mit allen möglichen Schleifmitteln entfernt. Nach dem abspülen sah die Mütze aus, wie neu. Einzig eine Ecke war am Reflektor rausgebrochen, aber da hatte ich ja vom alten Schirm genug Füllmaterial, womit ich dieses flicken konnte.
Nächste Aufgabe war, die Lampe komplett zu zerlegen. Das hab ich dann auch getan, und die Teile komplett abgegeben zum Sandstrahlen und Pulverbeschichten! Einmal Nägel mit Köpfen machen! Schrauben und anderes Montagematerial wurde ebenfalls komplett ersetzt und gegen Messingteile getauscht. Der Reflektor wurde neu in Weiß lackiert, und als alle Teile wieder da waren, gings an die Endmontage. Das Ergebniss seht Ihr hier.
Dieses Mal wurde die Zündelektronik gleich eingebaut und getestet. Als Elektrode hat sich zwischenzeitlich eine originale von einer Bamag U7-Gaslaterne besorgen lassen, die auch Problemlos in die Öffnung für das alte Zündflammenrohr gepasst hat. Dieses wurde, wie der originale unbrauchbar gewordene Druckwellenzündschalter demontiert und eingelagert. Eine Rückrüstung wäre damit möglich.
Die Ösen zum öffnen der Glasglocke und zum "Handzünden" des nicht vorhandenen Druckwellenschalters wurden aus Edelstahldraht nachgefertigt. Für die Ewigkeit gebaut. :D Die oben zu sehenden 3/4-Zoll-Muttern und Scheiben wurden ebenfalls noch getauscht.
Und nun dann erscheint die Lampe im neuem Gewand.
Natürlich wurde die Lampe dieses mal auch "an der Erde" komplett getestet, und dieser Test war dann glücklicher Weise auch erfolgreich.
Damit war die Laterne wieder Funktionstüchtig und konnte wieder auf dem Mast montiert werden. Dieses Mal natürlich mit fest gebundener Leiter und Unterstützung. Einmal an der Erde liegen reicht. Mann muss das Glück nicht heraus fordern.
Zum Schluss nochmal ein Video von der Funktion der Zündung. (17 MB)
Damit ist dieses Projekt abgeschlossen. Lampe funktioniert und wird inzwischen öfters betrieben.
Nachtrag: Zwischenzeitliche Versuche, doch nochmal mit Propan zu arbeiten haben gezeigt, das die damals genutzte Düse immernoch deutlich zu groß war. Ich habe die Lampe endlich auch unter Propan zum leuchten gebracht. Ich werde sie aber dennoch weiterhin mit Erdgas betreiben. Der Grund dafür ist, das die Lampe nicht für die Verwendung eines solch "schweren" Gases geeignet ist. Unter Erdgas betrieben strömt das Gas aus den Glühkörpern, steigt dann auf und wird sofort von dem Zündfunken gezündet.
Bei Propangas ist das anders. Dieses ist schwerer als Luft. Beim öffnen des Ventils strömt dieses ebenfalls aus den Glühkörpern, sinkt dann aber nach unten in die Glasglocke ab. Nach einiger Zeit ist die Glocke dann aber soweit gefüllt, das es vom Zündfunken doch gezündet wird. Das passiert aber dann mit einer dermaßen starken Verpuffung, das dabei mindestens alle Glühkörper zerstört werden, und auch nicht Sicher ist, das die Glasglocke das mehr als 3x mitmacht.
Dem entsprechend bin ich zu dem Entschluss gekommen, Gaslaternen nurnoch mit Propan zu betreiben, wenn sie von Hand OHNE Elektronik gezündet werden. Geht bei 3,5m Höhe schlecht, deshalb weiterer Betrieb ausschließlich mit Erdgas-H aus der Wand. Leider ist aber in zwischen die Gasherdsteckdose im Haus ihrem Uhsprünglichen Dienst zugewiesen worden. Heißt für mich, das der Betrieb der Laterne bis auf weiteres eingestellt werden musste, bis eine neue Gasleitung zur Lampe gelegt wird. Ist aber in Arbeit. ;)-