Leistner Aufsatzleuchte

 

Diese Gas Straßenlaterne wurde auch über Ebay Kleinanzeigen erworben.

Eigentlich war sie der Stein, der meine Sammelleidenschaft in rollen brachte.

Diese Lampe wurde baugleich seit 1930 von Ehrich & Graetz hergestellt. Einziger Unterschied, das "Original" hat einen emaillierten Metallreflektor und eine Stahlblechhaube. Hätte ich auch gern genommen, aber das Bakelit-Modell, welches seit 1949 vom VEB Leuchtenbau Leipzig gebaut wurde, tut es genauso.

Die Lampe befindet sich derzeit noch im abgebildeten Erwerbszustand und wartet auf ihre Aufarbeitung und Überholung.

Zum vergrößern anklicken.

Lampe mit Ersatzbrennerkammer und Ersatzdruckschalter.

Links: Blick auf Reflektor und Brennerkammer.

Rechts: Druckschalter mit Handzünder (Drahtschlaufe)

Links: Schornsteine, Mischrohr und Gasleitung für Pilotflamme.

Rechts: Gasdruck Einstellhebel vom Druckschalter.

Die Gaslaterne besitzt einen Druckschalter zur Fernzündung. Die Pilotflamme brannte ständig direkt vor den Glühkörpern. Zum einschalten wurde vom Gaswerk aus der Gasdruck für 5 Minuten angehoben. Dadurch wurde mit einer Mechanik im Druckschalter ein Gasventil freigegeben, welches das Gas in die Brennerkammer leitete, und dadurch die vier Glühkörper zum erleuchten brachte. Zum Abschalten der Lampe wurde eine weitere Druckwelle ausgesendet.

Links: Brennerkammer mit noch nur drei "Mundstücke".

Rechts: Gasbrenner für Pilotflamme.

Links: Gasventil für Abschaltung der Pilotflamme.

Rechts: Hebel zum ????? Diese Info fehlt mir noch.

Ersatzbrennerkammer und Ersatzdruckschalter.

Links: Glasglocke

Rechts: Mundstücke und Glühkörper (Ring 1562)

Das ist derzeit der Stand der Dinge. Geplant ist es, den angebrochenen Bakelit-Reflektor zu Restaurieren und neue Farbe zu spendieren. Dann soll die komplette Lampe entrostet und neu lackiert werden. Und letztendlich soll sie, montiert auf einen schmiedeeisernen Wandhalter, mit Flüssiggas wieder in Betrieb genommen werden.

Ein Ehrgeiziges Unterfangen, welches sicherlich die eine oder andere Arbeitsstunde in Anspruch nehmen wird. Aber allein das Ergebnis zählt.

Update

Ich hab heut mal angefangen, den zer/gebrochenen Bakelit-Reflektor zu reparieren. Nach etwas Recherche im Internet habe ich gelesen, das sich Stabilit Express von Pattex sehr gut dazu eignen soll. Also ein Päckchen geholt. Die Aussage war gewesen, das man sich ein altes Stück Bakelit in selber Farbe (Hier Schwarz) besorgt, und dieses fein zermahlen wird. Nach anrühren des Klebers wird das Pulver dann als Farbstoff mit beigemischt.

Das ganze wird dann einfach aufgespachtelt, und nach aushärten beschliffen. Bei Bekalitstücken, die wieder angeklebt werden sollen, sind beide Bruchkanten einzustreichen. Risse im Bakelit sollte man am Ende mit einem 2-3mm Bohrer aufbohren, um ein Weiterreißen zu verhindern. Der Riss selbst sollte möglichst V-förmig geöffnet werden, und dann mit dem Kleber verspachtelt werden, um eine optimale Stabilität zu erreichen. Das die Klebestellen Staub-, Wasser- und Fettfrei sein sollten, sollte klar sein.

Wie dem auch sei, hier nun mein erster Versuch.

Man sieht das Tütchen mit dem Bakelitmehl.

Hier sieht man schön die wieder verklebte Bakelit-Scherbe und daneben das aufgefüllte Bakelit-Klebergemisch.

So sieht das ganze nach dem ersten "Maschinenschliff" (Dremel) aus.

Auch die Kante wurde wieder hergestellt.

Als nächstes wird die Flickstelle wieder entstaubt, und es gibt einen weiteren Auftrag des Bakelit-Klebergemisch´s. Diesmal um die noch verbliebenen kleinen Unebenheiten auszugleichen. Danach erfolgt von Hand der Feinschliff mit Schleifpapier immer kleiner werdender Körnung, bis letztendlich alle Riefen rauspoliert sind. Ob ich das ganze dann später noch Matt lackiere, muss ich sehen. Das gibt's dann nächstes Mal zu sehen.

Update 2

Ja, die Zeit ist inzwischen etwas ins Land gegangen, und auch mit der Latichte ging es weiter.

Ich bin an ein altes 5m langes 2,5 Zoll Stahlrohr gekommen. Ideal, um einen Laternenmast draus zu bauen. Also hab ich das Rohr durchlöchert, n bissl hier und da dran rumgeschweißt, und n bissl angepinselt, und fertig war der Laternenpfahl.

Ja, und nun haben wir das Problem... Das Lämpel ist ja nun n bissl höher. Das ists Dumm, wenn man da zu jedem Zünden hoch kraxeln müsste. Die Lösung war die Idee zur Elektrozündung. Diese braucht natürlich einen Auslöser/Einschalter. Dafür gabs nen schönen alten wasserdichten Bakelit Aufputz-Taster. Der wurde schon mal montiert.

Naja und dann wollt ich endlich sehen, wie die Lampe aussieht! Man ist ja doch neugierig. Also hab ich mir ein "Türmchen" gebaut, womit ich da hoch komme, den die lange Leiter ist zu lang. :( Drei Kreuze, das das keiner vom Arbeitsschutz gesehen hat. ;) Jedenfalls hab ich den Laternenkopf in einer waghalsigen Aktion auf den Mast buxiert und angeschraubt. Schlauchanschluss angeschraubt, Mundstücke reingeschraubt, Glasglocke eingehangen....

GEIL!!! Steht!!!

Was mir nach der Montage des Laternenkopfes aufgefallen ist... Der Mast hätte durchaus 1m kürzes sein können. XD

Aber gut, jetzt ist es so. Muss man mal sehn, wie es wirkt, wenn die Lampe leuchtet. Bis dahin ist aber wieder noch ein langer Weg. Als nächstes muss geklärt werden, was an der Lampe für ein Betrieb mit Propangas umgerüstet werden muss. Weiterhin muss die Elektronikzündung komplettiert werden.

Geplant war, direkt neben der Zündflamme eine keramikisolierte Stabelektrode aus einer alten Gasheizung zu montieren, und gegen die Kegelfeder der Zündflamme funken zu lassen.

Oben im Lampenkopf ist dann noch genug Platz, um das elektronische Zündgerät unterzubringen.

Die Wahl ist hier auf ein Niedervolt-Zündgerät aus dem Camping-Gas-Bereich gefallen. Ob mit 1,5 Volt oder 12 Volt ist noch nicht entschieden. Vorteil der Niederspannungsvariante,... Man kann die Kabelquerschnitte im sichtbaren Bereich des Lampenkopfes gering halten, weil keine großartige Isolierung von Nöten ist. Dadurch lassen sich die Kabel besser verstecken. Diese sollten im übrigen am Sockel des Lampenkopfes mit einer wasserdichten Steckverbindung geplant werden. Ist einfach Wartungsfreundlicher, wenn der Kopf mal wieder demontiert werden muss.

 

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