Weiter gehts...

 

Als nächste wurde erstmal an der "Hardware" gefriemelt. Es gab da nämlich von einem Bekannten die Aussage, "Dafür reichen die Zündglühkörper, die sind hell genug."

Zündglühkörper? Die muss ich mir erstmal besorgen, der aktuelle Stand liegt bei NULL!! Also das Internet wieder abgegrast, und mit viel Glück DREI Stück für nen Mondpreis gefunden...Egal, Hobby is immer teuer. :-( 3 Tage später dann der "Glückstreffer". Vier Kisten a 10 Glühkörper aus Ex-DDR-Beständen in einem Onlineshop gefunden. Natürlich gleich mal ALLE gekauft, die Gelegenheit kommt nich wieder.

Als die "Bonsai-Socken" endlich da waren, wurde erstmal ein Brenntest gemacht. Bei 40 Stück kann man ja auch mal einen opfern. Gesagt, getan, eine Socke genommen und unter nem Gaslötbrenner gehalten, und das Teil glimmte nur. Hell war anders. Die Aussage meines Bekannten zum Thema war..."Kann nich sein, die müssen hell erstrahlen!!!" Ich habs dann mit dem originalen Zündmischrohr/Bedüsung mit Erdgas versucht. Gleiches Ergebniss, das Teil wurde nicht ordentlich hell. Nach etwas überlegen hab ich mich dann dazu durchgerungen, einen der drei Glühkörpern der anderen Lieferung zu probieren. Diese waren vom Alter deutlich Jünger, keine DDR-Ware mehr, und hatten eine Plastemütze drauf, die beim ersten Zünden weg brennt. Also das Teil gezündet, und siehe da...der war tatsächlich deutlich heller! Also müssen die anderen 40 doch irgendwie gelitten haben. Diese wurden dann mit sofortiger Wirkung zur ausschließlichen Nutzung als Zündglühkörper degradiert! Für Beleuchtungszwecke Untauglich!

Ja, wie gesagt, der eine neuere war doch schon deutlich heller. Aber auch Hell genug? Da hatte ich weiterhin meine Bedenken. Also musste eine weitere Option gefunden werden. Die Überlegung war, einen einflammigen Brenner für nocrmaler 1562er Straßenglühkörper zu bauen. Dazu wurde eine 1/2"-Rotguss-Wandscheibe so umgearbeitet, das eine abgedrehte Ventury-Düse eingesteckt werden konnte. Das Mundstück in die Wandscheibe gedreht, und dann wurden elends lange Tests gemacht, um die richtige Gasdüsengröße zu ermitteln! Das hat ca. 3 Wochen gedauert, aber führt letztendlich auch zu Erfolg. Allerdings zeigte sich auch, das die Ventury zum Mundstück mehr Abstand brauchte, da mit zunehmender Erwärmung die Helligkeit immer mehr abgenommen hat. Also wurde noch ein Stück Kupferrohr zwischengelötet, und das Problem damit behoben.

Irgendwie wollte ich das Thema Zündglühkörper aber dann doch noch nicht ganz abschreiben. Da wollte ich erst noch weitere Tests direkt in der Lampe vornehmen. Letztendlich wurde deshalb die Lampe so gebaut, das beide Versionen aufgebaut werden konnten. Eine Anordnung der einzelnen Baugruppen zeigt das ganze einmal.

Auf das heute in modernen Gaslaternen übliche Steuergerät wollte ich auch bei dieser Lampe nicht verzichten. Die Steuerung von Magnetventil und Zündtrafo, die Flammüberwachung und Gasabschaltung im Fehlerfall waren Dinge, auf die ich dann doch nicht verzichten wollte. Allerdings ist der Platz in der Lampe doch begrenzt, also musste das Steuergerät ausgelagert werden. Links unten liegt der Zündtrafo mit darüber liegenden Lichtsensor für die Flammenüberwachung, abgedeckt von einem Blechstreifen als Hitzeschutz gegen die Stahlungswärme. Darüber beide Zündelektroden für kleinen und großen Glühkörper. Rechts vom Messingrohrwinkel das Magnetventil mit derzeit direkt verbundenen Zündflammenbrenner. Über diesen der Einflammen-Straßenglühkörperbrenner mit langem Kupfer-Mischrohr. Die Maße wurden so gewählt, das durch einfaches entfernen des Zündflammenmischrohres die normale Ventury verbaut werden kann.

Zwischenzeitlich hab ich dann die Zeit genutzt, und die Lampe endlich wieder un Farbe getünscht. Schwarz, mit weißem "Innenraum".

Damit wurden dann erste Beleuchtungstests gemacht.

Spätestens an dieser Stelle wurde entschieden, das die Variante Zündglühkörper zu dunkel ist!

Der 1562er ist eben doch ne ganz andere "Hausnummer". Deutlich heller, und auch bei Fremd-/Streulicht noch zu erkennen.

Allerdings...wieder zeigten sich neue Probleme. Und zwar beim Zünden der Flamme mittels Elektrozündung.

Die Bedüsung wurde ja bewusst möglichst klein gewählt, damit die Lampe möglichst sparsam läuft. Leider wurde da zuviel gespart. Der Gasdruck war so gering, das die Flamme zwar gezündet wurde, aber diese nur zwischen Magnesiaring und Mundstück brannte. Das Glühnetz blieb dunkel! *grrrrrrrr* also die nächst größere Düse genommen, und damit war dann auch dieses Problem gelöst. Gasverbrauch ist auch überschaubar. Liegt bei derzeit rund 0,25 kW/h, sprich 0,023m³ pro Stunde. Macht in einer 8h-Nacht zwei Kilowattstunden, sprich laut aktuellem Tarif/Arbeitspreis 7,8 Cent pro Nacht, bzw. 28,47€ pro Jahr.

Dazu fällt mir nur eines ein... "LASS LÄMPELN!!!" :-D

Ja...nachdem nun zwischenzeitlich die ganze Straße ne neue Gasversorgungsleitung bekommen hat, mein Hausanschluss komplett modernisiert wurde, und ich die Gelegenheit gleich genutzt habe, meine komplette Gasanlage im Haus neu zu machen und anzupassen, war heut der Tag, an dem Tatsachen geschaffen wurden!

Die Hausnummernlaterne wurde angebaut, angeschlossen, die Elektronik verkabelt. Die Gasleitung wurde angeschlossen und abgedrückt, und letztendlich alles in Betrieb genommen!

Fertsch!!!!