Graetzin-Rhenus-Mini
Auch diese wunderschöne Lampe aus der "Bucht". Eigentlich hatte ich bei diesem Porzellan-Gasglühlicht auf ein zweites Exemplar meiner Graetzin-Rhenus gehofft. Die Ernüchterung kam, als ich die Lampe in den Händen hielt. Es war eine Graetzin-Rhenus-Mini. Eine Nummer kleiner!
Der Zustand bei Erwerb war auf dem ersten Blick erschreckend. Der Porzellankörper war zwar unbeschädigt aber hartnäckig verkeimt. Immerhin waren die Goldverzierungen unter dem Dreck makellos. Das Messing dagegen war stark angelaufen, und war teilweise schon schwarz.
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Das Messing an sich war schon so angelaufen und vergammelt, das ein zerlegen der Lampe nicht mehr möglich war, ohne einige Messingteile zu zerstören, um das Porzellan wenigstens retten zu können. Ich musste das Mischrohr und die Mischkammer mit nem Dremel zerflexen. Glücklicher Weise passten da Teile von anderen Teilespendern, bis auf ein Verlängerungsstück des Mischrohrs. Das werde ich hartlöten müssen. Allein das zerlegen hat mich eine gute Woche gekostet.
Allerdings muss ich sagen, hat sich auch hier der Aufwand gelohnt. Das Porzellan habe ich bis auf eine eingebrannte Stelle fast in den Neuzustand versetzen können. Das Messing wieder aufzupolieren war jetzt nicht so schwer, da habe ich die Chemische Keule für mich arbeiten lassen. Der schwarze Schleier hat sich dann einfach mit einem Pinsel abwaschen lassen. Nach einem Neutralisierungsbad in warmen Seifenwasser konnte das nun rötlich schimmernde Messing einfach mit einer Metallpolitur auf Hochglanz gebracht werden.
Das Ergebnis sieht man hier.
So an sich sah die Lampe jetzt schon richtig "schnucklich" aus, allerdings so ganz ohne Lampenschirm wirkte sie dann doch etwas "Nackig". Also hieß es wieder wochenlang das Internet nach einem passenden Lampenschirm durchsuchen. Aufgrund des Porzellangehäuses sollte es dann schon ein Glasschirm sein, und wie es immer so ist, wenn man lange genug sucht, wird man fündig. Ich fand diesen wunderhübschen blauen Opalglasschirm, der auch vom Alter her zur Lampe passen sollte.
Blau ist sowieso meine Lieblingsfarbe, und meine Küche hat die selbe... Deshalb gabs keinen Weg daran vorbei.
Das wird meine Küchenlampe!!!
Naja, wie es dann aber immer so ist... Alles Gute ist nie bei einander. Sprich, der Kragen zur Aufnahme im Lampenkörper war zu klein. Die Halteschrauben wären zu kurz und die Glasbirne hat nicht durch gepasst.
Da waren sie wieder, unsere Drei Probleme... Was tun?
Der erste Gedanke... der Schirm ist aus Glas. Glas kann man warm machen, und ggf. "umformen". Die Rücksprache mit dem ersten Glasbläser brachte mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Einfacher Satz: "Geht nicht!!!" Das Glas würde reißen. Die nächste Idee: Den Kragen vom Schirm abtrennen, und das Loch erstmal größer lasern. Tja, auch diese Idee wurde schnell verworfen. Zum einen aus Kostengründen, zum anderen aufgrund der geringen Laserleistung von Gravurlasern. Aber die Idee mit der Glasgravur war schon die richtige. Nach einem Tipp aus dem Netz nahm ich Kontakt mit einer Glasgravur-Werkstatt auf. Beim Ortstermin wurde dann entschieden, den Kragen abzusägen, und das Loch grob aufzubohren und feinzuschleifen. Kosten? Ein hoher zweistelliger Betrag! Aber was macht man nicht alles für ein Loch in einem Einzelstück.
Das ganze hat dann auch super geklappt. Hiermit möchte ich noch mal meinen Dank aussprechen.
Jetzt fehlte nurnoch eine Befestigungsmöglichkeit. Da hatte ich mir gedacht, einen Messingring mit Kragen drehen zu lassen. Der Ring würde von den Schrauben im Lampenkörper gehalten, und der Schirm liegt auf dem Kragen auf. Also eine Messingsronde besorgt, 90mm Durchmesser, 25mm Stark, und das Teil auf der Drehbank zerspant. Hat auch geklappt! :D
Alles in allem ist alles Gut gegangen und die Lampe sieht jetzt so aus.
Hier noch mal der Messingring.
Nach einigen Monaten/Jahren konnte das Projekt nun doch endlich ein Positives Ende finden.
Das Problem mit dem defekten Mischrohr, das ich hartlöten wollte, stellte sich lange als größeres Projekt dar. Grad die fehlende Erfahrung mit dem Hintergedanken nur EINEN Versuch zu haben, lässt einem Nachdenklich werden. Glücklicher Weise regelte sich das alles wie immer im "richtigen Leben" von selbst. Ich konnte eine weitere Porzellanlampe mit defektem Lampenkörper auftreiben und diesen als Ersatzteilspender nutzen. Damit konnte die Lampe nun endgültig repariert werden.
Zwischenzeitlich fiel die Entscheidung, das die Lampe in die frisch renovierte Küche als Wandlampe installiert wird, weil sie vom Aussehen und der Farbe so schön zum Rest passt.
Inzwischen konnte ich auch weitere Glühkörper beschaffen, sodaß die Lampe nun endgültig wieder in Betrieb gehen konnte.
Hier nochmal ohne Blitzlicht.
Damit ist wieder ein Projekt abgeschlossen.