Eine Straßenlaterne als "Treppenlicht".
Ja... Der eine hängt sich moderne LED-Lampen ans Haus, der andere antike Porzellanlampen, (Ja, auch Ich!!!) und der Dritte ist so "verstört" und hängt sich gleich eine gasbetriebene Straßenlaterne an die Hauswand.
Aber langsam, die ganze Geschichte ist in der Tat etwas umfangreicher!
Durch einen Zufall kam ich in den Besitz dieser fast neuwertig anmutenden neunflammigen Bamag A11 Straßen-Gaslaterne. Diese wurde erstmal ausgiebig getestet, auf "Herz und Nieren" untersucht.
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Und vor allem wurde der Gasverbrauch ermittelt.
Für alle, die es interessiert... Über den Daumen gepeilt liegt der Gasverbrauch rechnerisch pro Flamme bei rund 300Wh. Unter dem Strich ca. 2,7Kw pro Stunde bzw. 0,24m³ Erdgas-H pro Stunde bei voller Beleuchtung. Es entstehen bei meinem derzeitigen Gaspreis Kosten von 11 Cent pro Stunde. Alles in allem ist der Wert aber nur grob errechnet. Ein genaues errechnen des Verbrauchs über den Hausgaszähler ist derzeit nicht möglich, da die gasbeleuchtete Hausnummer und die Heizung mitgezählt werden.
Die Überlegungen reiften jedenfalls, was man mit solch einer Lampe tut.
Richtig, man zeigt allen Leuten, das man sie hat. ;-) Das geht am besten, indem man sie draußen am Haus installiert. Ein Platz wurde schnell gefunden, über einer zukünftig geplanten Kellertreppe im Eingangsbereich des Hauses.
Nun muss die Lampe aber auch irgendwie an der Hauswand montiert werden. Die Suche nach einem adäquaten Wandausleger für Hängelampen gestaltete sich als sehr schwierig, da meine Ansprüche doch gehoben sind. Anregungen dazu im Netz gibt es ja genug. Das Problem ist, das die Befestigung der Lampe gasführend ist. Anfangs wollte ich ein normales 2 Zoll Stahlrohr im 40cm-Radius im 180° biegen lassen, mit schmiedeeisernen Zierelementen und zwei Wandhaltern versehen an die Hauswand anbringen. Leider zeigte sich, das für den Endverbraucher schon allein das biegen lassen des Stahlrohres ein nahezu unbezahlbares Unterfangen ist. Allein für die Arbeit ohne Material wurden Preise zwischen 240,- und 450,-€ aufgerufen. Zuzüglich Steuer!!! War einfach nicht machbar! Also wurde nach etwas "fertigen"gesucht. Auch schwer, wenn man hohe Ansprüche hat. Aber es fand sich nach gut drei Wochen Rechersche dieser Wandarm.
Auch hier hatte ich wieder Glück im Unglück. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Anbieter stellte sich raus, das dieser 2 Tage später sein Geschäft auf gab. Ich habe definitiv den letzten (noch unbearbeiteten) Wandarm erstanden. Nicht ganz günstig, aber im Vergleich zur Eigenbau-Alternative richtig billig!
Das Problem an diesem Wandarm war, das ich eigentlich eine gasführende Befestigungsmöglichkeit gebraucht hätte. Das war mit diesem Ausleger nicht zu machen, den der war für die Montage von Elektrolampen gedacht. Also musste ich mir eine Lösung ausdenken, wie ich den Wandarm an der Wand befestigen konnte, ohne mir die Wartungsmöglichkeit der im Arm zu installierenden Gasleitung zu nehmen. Es wurde eine Grundplatte aus 2cm starken Aluminium erstellt, das mit Stehbolzen versehen an der Hauswand befestigt wird. Auf diese wurde dann der Wandarm montiert. Die starre Gasleitung im Ausleger führt bis zum vorderen Ende.
Das Problem mit der gasführenden Aufhängung der Lampe mit dem Kugelgelenk war recht einfach zu lösen. Es wurde ein Innengewinde geschnitten, das für einen Leitungsanschluss geeignet ist. So dient das Außengewinde des Gelenks ausschließlich der Befestigung der Lampe, und das Innengewinde für den Gasanschluss. Die Verbindung/Montage der Gaslaitung erfolgt dann in dem (zerlegbaren) Würfel an der Spitze des Auslegers.
Das ganze wurde dann testweise an der Hauswand montiert. Vier 30cm lange Gewindestangen mit Chemiedübeln in der Hauswand verankert sorgen für ausreichend Halt auch bei stärkeren Winden. Die Lampe, an den langen "Hebel" sorgt ja doch schon für einige Zugkraft an der Befestigung. PS: Ja, für die Montage in gut 3-4 Metern Höhe empfiehlt es sich, eine Rüstung aufzubauen. Es erleichtert die Arbeit ungemein!
Weiter gehts mit dem technischen Teil der Lampe!!
Anfangs hatte ich ja geschrieben, das die Lampe neun Flammen besitzt und damit Gas für rund 2,7KWh verleuchtet. Pro Flamme/Glühstrumpf rechnet man mit rund 80 HK (Hefnerkerzen) was in Summe 720 HK macht. Für ein einfaches "Treppenlicht" ist das doch ne ganze Menge. Also wurde überlegt, wo hier Einsparungspotential vorhanden ist. Das zeigt sich als erstes am Aufbau der Lampe. Der Brenner ist in zwei Gruppen aufgeteilt. Einmal drei und einmal sechs Flammen. Damit war die Idee gebohren, die Lampe im "Normalbetrieb" mit den drei Flammen laufen zu lassen, und bei Bedarf über Bewegungsmelder o.Ä. die anderen sechs Flammen zusätzlich zu aktivieren! Weiterhin sollte die Lampe generell von "außen" gesteuert werden.
Normaler Weise besitzt die Lampe ein modernes Zündsteuergerät, welches die Lampe mittels Dämmerungsschalter aktiviert, und das korrekte zünden mit einer Flammüberwachung kontrolliert und der Lampe bei Fehlfunktion den "Gashahn" zu dreht. Dieses Steuergerät wird aus einer 1,5V Batterie gespeist.
Hier mal ein Bild vom innenren des Steuergerätes.
Die Schutzfunktionen der Lampe wollte ich beibehalten, also blieb mir nur die Option, die Elektronik des Steuergerätes meinen Bedürftnissen anzupassen. Dazu wurde als erstes die Stromversorgung von Batterie auf 12V aus dem Kabel umgestellt (Erläuterung dazu am Ende der Beschreibung), und der original verbaute Sensor des Dämmerungsschalters gegen einen von außen steuerbaren Optokoppler ersetzt. Damit kann ich der Lampe nun sagen, JETZT ist Dunkel oder JETZT ist es Hell.
Als nächste wurde ein zusätzlicher Zeitschalter mit eingebaut, der dafür sorgte, das über ein zweiten Steuereingang das zweite Magnetventil öffnete, und für die Dauer von ca. 5 Sek. das Zündmodul die anderen Flammen nachzündete. Das sollte der Anschluss für den Bewegungsmelder sein. Nach vielen Tipps, langer Grübelei und Fachsimpelei funktionierte der Umbau der Elektronik auch wie gewünscht! Mein Dank an allen Beteiligten sei an dieser Stelle nochmals ausgesprochen!
An dieser Stelle zeigten sich jetzt jedoch neue Probleme im Betrieb der Lampe.
Beim Betrieb mit drei Flammen erzeugt die Lampe unter dem Brenner soviel Thermik, das das über die nachträglich aktivierten sechs Brennstellen ausströmende Gas nicht mehr sicher entzündet wird. Ein nachzünden durch die bereits brennenden Glühstrümpfe schlug völlig fehl, und beim nachzünden mittels Zündfunken brannte nur die eine Flamme an der Zündelektrode. Letztendlich blieb nurnoch eine Lösung übrig... Die Lampe braucht SECHS Zündelektroden. Woher aber nehmen? Also wurde wieder das Internet "auf links" gedreht, und der originale Hersteller der Zündelektroden ausfindig gemacht. Und wieder warf man mir "preisliche" Steine in den Weg. Pro Elektrode wollte man mich um rund 40,-€ berauben. Dafür war ich zu geizig. Also musste wieder eine "Bastellösung" herhalten. Es wurden einfache beim hiesigen KFZ-Teilehändler sechs neue Autozündkerzen besorgt, die ihrem Gewinde beraubt und dessen Elektrode durch aufschweißen eines Edelstahldrahtes verlängert wurde. Stückpreis 3,-€!!! Passend dazu wurden aus Messing entsprechende Halter gedreht, die im Hitzeschutzblech montiert wurden.
Diese wurden so montiert/platziert, das Funkenüberschläge an den falschen Stellen ausgeschlossen sein sollten.
Hier sieht man schön, das die fünf zusätzlichen Zündelektroden im Betrieb eigentlich nicht auffallen.
Aber auch hier zeigte sich wieder, das wenn man EIN Problem löst, zwei neue entstehen!
Zündelektroden können NICHT parallel geschaltet werden! Es bringt nichts, alle Elektroden an EINER Zündspule anzuschließen. Der Funke würde immer nur an der kürzesten Funkenstrecke überspringen. Und alle sechs Elektroden aufs 100stel so auszurichten, das alle Abstände annähernd gleich sind, würde schon durch die Längenausdehnung des Materials durch die Erwärmung im Betrieb unmöglich sein. Einziger Ausweg waren neue Zündgeräte mit mehreren Ausgängen. Da ich welche für 12V brauchte, war die Suche nach Ersatz langwierig. Ich habe nach langer Suche einen Anbieter finden können, der Module mit vier Ausgängen angeboten hatte. Leider hatte dieser ein Vierteljahr Lieferprobleme!!! Aber auch der Tag kam, und die Teile lagen eines tages auf dem Tisch, bzw. wurden sofort verbaut!
Endlich lief und zündete die Lampe wie gewünscht, und konnte somit endgültig montiert werden.
Just in diesem Augenblick flatterte ein Brief ins Haus, das man in der Straße die Gasversorgungsleitungen inkl. Hausanschlussleitungen wegen Altersschwäche erneuern würde. Ein Punkt, der mir sehr gelegen kam, da auch Teile der im Haus noch nicht modernisierten Anlage ein recht marodes Aussehen hatten. Ich hab dann gleich die Gelegenheit genutzt, und die komplette Gasanlage im Haus erneuern und erweitern zu lassen.
Das letzte Bild zeigt die Lampe mit drei im Betrieb befindlichen Brennstellen. Mit den zugeschalteten weiteren sechs wird es nochmal ne ganze Ecke heller!
Seit dem leuchtet die Lampe jeden Tag an dieser Stelle. Die tägl. Leuchtzeit wird von einer Schaltuhr auf 4:30 - 8:00 Uhr und 16:00 - 0:00 Uhr begrenzt. Weiterhin kontrolliert ein Dämmerungsschalter in diesen Zeiten das vorhanden sein von Tageslicht, und schaltet die Lampe im Bedarfsfall später ein/aus. (Sommer) Damit konnte der Gasverbrauch weiter gesenkt werden.
Damit komme ich aufs Jahr (Sommer/Winter) hochgerechnet auf eine tägl. Leuchtdauer von Acht Stunden mit mind. drei Flammen. Das macht im Monat 9,36€ für Erdgas aus. Damit kann ich gut leben.
In den Abschaltzeiten in der Nacht bleibt es in der Ecke Dunkel, außer es befindet sich jmd. im Bereich des Bewegungsmelders. Dann schaltet dieser die Porzellanlampe ein, die sich über dem Kellerfenster (Später Kellertür) befindet.
"Erläuterung zur Stromversorgung mit 12V."
Ja warum die 12 Volt? Der Grund ist rech einfach zu erklären... Ich woll einerseits nicht "ständig" mit der Leiter zur Lampe hoch, und die Batterie wechseln. (Eine Wartung im Jahr sollte reichen.) Weiterhin mussten eh Steuerkabel verlegt werden. Warum also nicht auch welche zur Stromversorgung? Nun hätte man ja auch einfach nur die Batterie über die Kabel auslagern können. Aber Leitungs- und Übergangswiderstände hätten hier wohl schnell zu weiteren Problemen geführt. Letztendlich waren die 12V eh vorhanden. Ein großer, stehts geladener Akku wurde extra für die Steuerung der kompletten Gaslichtanlage (Auch die IM Haus.) vorgesehen. Damit wird das komplette system Zentral versorgt, und man schließt weitere Fehlerquellen aus.
Damit ist auch dieses Projekt abgeschlossen!